Ein Konzert mit Kultstatus
Das Schlossparkkonzert in Heimbach gehört mit zu den der schönsten sommerlichen Konzerterlebnissen.
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  • Schlossparkkonzert Heimbach Foto: Brigitte Rüssel

TENINGEN-HEIMBACH. Die Vielzahl der schönen und guten Sommerkonzerte lässt einem manchmal die Wahl schwer fallen. Doc nichth in diesem Fall: Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, dürfte das Schlossparkkonzert in Heimbach zu einem der schönsten sommerlichen Konzerterlebnisse gehören.
Die Familie von Elverfeldt, die ein enges Verhältnis zu den Heimbacher Bürgern pflegt, ermöglicht dem Heimbacher Musikverein seit 1980 alljährlich dieses äußerst attraktive Open-Air-Konzert. Das einzigartige Flair, das die Naturkulisse des alten, sehr gepflegten Schlossparks mit der darunterliegenden Fassade des Heimbacher Schlosses ausstrahlt, lockte auch diesmal wieder zahlreiche Besucher auch aus der näheren Umgebung an.

Wie im Programm beschrieben, ob lauer Sommerwind, lustiges Vogelgezwitscher oder lebendige Luftsprünge, spannte das Orchester zum Motto "Luftikus", einen weitgefächerten musikalischen Bogen. "Flashing Winds" war der beflügelnde Anfang.

Wie nicht anders erwartet, hatte Dirigent Michael Bockstahler schon in der Vorbereitungsphase sein Orchester zur Höchstform motiviert. Ein durchweg diszipliniertes Blech- und Holzblasensemble, sichere Soli und eine saubere Intonation trugen wesentlich zum Erfolg des Abends bei, wie auch eine gut abgestimmte und versierte Rhythmusgruppe. Ein sehr eindrucksvolles Beispiel der Klangschönheit seiner Trompete lieferte Clemens Bär bei dem Stück "Air", bei dem er mit Sicherheit einen guten Eindruck beim Publikum hinterließ.
Während die Sonne langsam aber sicher hinter der Kulisse des Heimbacher Schlosses verschwand und sich eine laue Sommernacht ankündigte, widersprach eine Selektion aus Melodien aus dem bekannten Musical "Starexpress" den allgemeinen Klischees über ein Blasorchester. Ein Stück, mit dem der Musikverein Heimbach bewies, dass sich insbesondere durch eine stimmige Präsenz aller Register und einer gut abgestimmten Rhythmusgruppe nahezu alles in einem gut besetzten Blasorchester spielen lässt. Ob piano, pianissimo bis zu forte fortissimo, die Akteure trafen stets durch ihre sichere Differenzierung genau den Punkt, an dem Musik mehr ausdrückt, als es oftmals Worte vermögen. So auch bei "Just a Gigolo", oder bei "Graf Zeppelin", wobei sich die Zuhörer musikalisch sinnbildlich beschwingt in die Lüfte erheben konnten.

"Roller Coaster", "Earth, Wind & Fire in Concert", "Fiddler on the Roof", "Singing in the Rain" und besonders "Os passaro do Brasil” lieferten Momente wahrer Klangerlebnisse und -schönheit. Wunderbar gespielt und ungemein sauber intoniert, gepaart mit erkennbarer Spiellust, war es auch für Dirigent Bockstahler eine Freude, sein Orchester durch die oftmals schwierigen Passagen zu leiten. Klar, dass da nichts ohne Zugaben ging, die dann auch vehement vom Publikum eingefordert wurde.

Nach über 30 Jahren hat sich dieses Konzert einen gewissen Kultstatus verdient, der, an diesem herrlichen Sommerabend durch die euphorische Begeisterung des Publikums bestätigt wurde.

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