Natur und Musik begeistern
Beim Schlossparkkonzert in Heimbach fasziniert das Orchester ebenso wie das Ambiente.


Schlossparkkonzert Heimbach Foto: Aribert Rüssel

TENINGEN-HEIMBACH. Wie ein bunt gemischtes Programm zu einem multikulturellen Klangerlebnis führen und eine faszinierende Verschmelzung von Natur und Musik bewirken kann, offenbarte sich faszinierend beim Schlossparkkonzert. Es ist immer wieder etwas Besonderes, den Zauber eines Sommerabends im Heimbacher Schlosspark bei schönem Wetter und unterhaltsamer, niveauvoller Musik zu genießen. Die besondere Akustik dürfte sich wohl durch die Hanglage des Parks erklären.
Seit Anfang der 80er-Jahre findet das Sommerkonzert des Musikverein Heimbach im Schlosspark statt. Auch diesmal gelang es, das Konzert zu einem schönen, bewegenden Erlebnis werden zu lassen. Das lag wohl auch am Repertoire, das für jeden etwas bot. Fernweh war das Thema, es entführte die Konzertbesucher auf eine weite musikalische Reise um die Welt. Alles, was ein gutes Blasorchester ausmacht, die harmonische Präzision des Zusammenspiels, dynamische Differenzierungen, der Reichtum an Klangfarben und vor allem die Freude am Musizieren, war hier zu vernehmen.

Dirigent Michael Bockstahler gelang es mühelos, dem Orchester die richtige stilistische Mischung bei den unterschiedlichen Stücken feinsinnig, aber auch mit Elan zu vermitteln. Mühelos folgte das Orchester und interpretierte Stück für Stück in überzeugender, klanglich schöner und stimmungsvoller Präzision.

So beim Filmepos "Highlights from Exodus", ein Medley mit fesselnder Filmmusik aus den 60er-Jahren. Markante Rhythmik, ausdrucksstark interpretiert, begeisterte das Publikum bei "Wave", einem brasilianischen Bossa Nova und ebenso bei "Elvis in Concert".

Zum Jubel am Musizieren steigerten Dirigent und Orchester den "Ungarischer Tanz No. 5" und "Tango Fuego", mit Conny Ferdinand als Solistin am Akkordeon. Ehrgeiz und freudig aufspielende Musikalität prägten das weitere Programm. Zunächst führte die musikalische Reise mit "Yama Midori" nach Japan und mit "Yangtze River" nach China. Beeindruckend, wie es gelang, die musikalischen Landschaftsimpressionen dem Publikum zu vermitteln. Wie anders dagegen der swingende Big-Band-Sound bei "Caravan", einem musikalischen Kamelritt. Aber es ging noch kontrastreicher, so bei den temperamentvollen Opernmelodien aus der "Carmen Suite" oder dem US- amerikanischen Nationalmarsch "Unter dem Sternenbanner".

Ohne Zugaben war an ein Ende des gelungenen Konzerts nicht zu denken. Was dann auch nach zwei mitreißenden Stunden vom berechtigterweise enthusiastisch gestimmten Publikum als Anerkennung für den entspannenden und unterhaltsamen Abend eingefordert wurde. – Zum ersten Mal fand vor dem Konzert ein Abendlob mit Pfarrer Joel Fortmann statt.