Badische Zeitung vom Mittwoch, 16. Juli 2008

Ein musikalisches Erlebnis
Musikverein Heimbach gab ein beeindruckendes Schlossparkkonzert im Schlosshof

Von unserem Mitarbeiter Karlernst Lauffer
TENINGEN-HEIMBACH. Von der guten alten "Heinzelmännchens Wachparade" bis zu "Zorba’s Dance" ging die musikalische Reise, zu der der Musikverein Heimbach in den Schlosspark eingeladen hatte. Auf dem Weg wurde n Frankreich, England, Spanien, Nord- und Sdamerika berhrt — die Weltreise war ein musikalisches Erlebnis.
Zum ersten Mal dirigierte Michael Bockstahler dieses Konzert, das in den Schlosshof verlegt worden war, was der Akustik zugute kam. Vorsitzender J
rgen Stiedl fhrte durch das Programm und kndigte nach dem Heinzelmännchen-Marsch den Konzertwalzer "Gold und Silber" an Bei "Caresse sur l’ocean" , der Titelmelodie des Films "Die Kinder des Monsieur Mathieu" bewies Lennart Riemer mit seiner Trompete dass Heimbach gute Solisten hat, was später auch Frank Steiner (Trompete) und Christine Limberger (Altsaxophon) zeigten. Die Zärtlichkeit der Melodie "Caresse sur l" ocean" betonte das tiefe Blech. Von Frankreich ging es nach Großbritannien mit einem Potpourri, das der Rockgruppe "Queen" gewidmet war und in dem vier Ohrwrmer, darunter "We are the champions" " sowohl Kapelle als auch einzelnen Registern und Solisten Gelegenheit gab, die Qualität des Heimbacher Musikvereins zu unterstreichen. Besonders gelungen waren die Übergänge der einzelnen
Kompositionen.
Auch St
cke aus frheren Jahrhunderten können begeistern Dass auch Stcke vom Beginn des letzten Jahrhunderts begeistern können, zeigte der "Spanische Zigeunertanz" von Pasqual Marquina, ein Paso Doble, bei dem die Musiker sowohl die Attacken des Stieres hörbar machten als auch die eleganten Angriffe des Toreros.
Weiter ging die musikalische Reise nach Nordamerika. Mit der "Suite of Old American Dances" war dem Orchester Gelegenheit geboten zu beweisen, dass es auch Rhythmus- und Tonlagenwechsel sowie Tonfarbenveränderungen und Taktbr
che sehr gut verarbeiten kann. Bei "Brasil Tropical" war der Erfolg programmiert, denn in dem großen Potpourri mit sdländischer Ausrichtung — meist europäischen Ursprungs — begeisterten die Rhythmen von Samba, Rumba, Cha Cha . Im Schlosshof des Baron von Elverfeldt zwitscherten Vögel schon einmal und reicherten eine Pianissimo-Passage kontrapunktisch an. Auch spielten Kinder in dem großen Park. Doch das trug zu der gemtlichen Sommerabend-Atmosphäre bei. Das schien die Musiker noch in ihren Leistungen anzuspornen bei Melodien von "Highlights from Chess" , einem schwedischen Musical.
Eine musikalische Delikatesse hatten die Heimbacher mit der "Valse Vanité" im Programm, spielte doch die Profi-Saxophonistin Christine Bockstahler die Soli. Da entstand ein Dialog, doch zeichnete sich die Kapelle auch als gute zur
ckhaltende Begleitung aus, wenn Christine Bockstahler aus ihrem Saxophon auch unbliche Effekte zauberte.
Es folgte ein Ausflug auf den Peleponnes, wo der Tanz des Alexis Sorbas aus dem Jahre 1964 in Erinnerung gerufen wurde. Das Publikum war so begeistert, dass es die Musiker nicht von der B
hne gehen lassen wollte. Erst nach dem
"Einzug der Gladiatoren" , einem traditionellen Marsch und der Wiederholung des spanischen Zigeunertanzes stelle die Zuhörer ihre Beifallskundgebungen ein.